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Kantersieg beim Kürschnerpreis

Fur AwardSensationserfolg für die Modeabteilung: Seit gut acht Jahren gibt es meist ein gewohnheitsmäßiges Achselzucken, wenn Modeschülerinnen der HLMW9 beim Austrian Creative Fur Award wieder mal vorn dabei sind. Doch beim heurigen Kürschnerpreis lehrten zwei Schülerinnen des Kollegs für Mode und Bekleidungstechnik die Fachwelt das Staunen. Und die Konkurrenz beinahe das Fürchten. Denn Magdalena Kwiecinska (Platz 1) und Nayomi Lara Keller (Plätze 2 und 3) ließen ihr keinen Platz am Siegespodest und räumten alle drei Mode-Medaillen ab.

Entworfen wurde zum Thema „Modern – Minimal“ im Stil der 60er Jahre. Dabei zählten die Entwürfe des triumphalen Duos zu jenen 13 Finalistenmodellen, die am 3. Mai aus 74 bundesweiten Einsendungen ausgewählt wurden. Die beiden Jungdesignerinnen begannen danach unverzüglich mit der aufwändigen Hauptarbeit.

Bei der Erstellung der Schnitte, dem ersten Arbeitsschritt, wurden sie tatkräftig unterstützt von den beiden Müttern ihres Dreifachsieges, den Lehrerinnen Dipl. Päd. Kresten und Dipl. Päd. Janeschitz. Der zweite Schritt war die Fertigung der Modelle in Zusammenarbeit mit den Kürschnern. Dazu die Siegerin des Wettbewerbs, Magdalena Kwiecinska: „Ich konnte dabei viel über den Umgang mit Pelz und Leder lernen. Die Verarbeitung ist natürlich anders als die von Textilien, aber ich habe bei jedem Arbeitsschritt mithelfen können.

Kleid, Mantel und Kelly-Bag bilden die drei Bestandteile ihres siegreichen Modells. Mit starken Kontrasten in den Farben Schwarz, Weiß und Rot zitiert der Entwurf auf kreative Weise Yves Saint Laurents Mondrian-Kleid von 1966. Im Spiel mit verschiedenen Felllängen sowie im Widerspiel von Pelz und Leder gelingen der Jungdesignerin ungewöhnliche Nuancierungen einer street wear wie catwalk tauglichen Kreation.

Nayomi Lara Keller, die sonst eher die „zeitlos schöne Farbauswahl“ ihrer Praktikumsgeberin Rike Winterberg in Hannover bewundert, ließ sich für ihr zweitplatziertes Mini-Kleid von den leuchtenden Farben und symmetrischen Formen verschiedener Pop-Art-Modelle anregen. Hingegen spielt ihr mit dem dritten Preis ausgezeichneter Entwurf v. a. in der Linienführung mit Elementen des Jugendstils. – Die Frage nach ihrem Designer-Credo beantworten beide Preisträgerinnen zuletzt ganz schlicht mit „offen, lebensfroh, experimentierfreudig.“ Und Keller ergänzt: “Etwas direkt von der Schöpfung.“ Der Erfolg gibt ihnen Recht.

Franz Landsteiner
 
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