Elfenbeinturm in der Ex-Fleischerei
Probleme und Perspektiven der bedeutendsten Fotogalerie Österreichs
Kulturtouristische Projektarbeit im Auftrag des Salzburger Fotohofs
Wie kommt eine Wiener Schule zu einer Arbeit über den Salzburger Fotohof? Und das heißt: zu dem denkbar hochkarätigen Projekt, über die erste Adresse unter Österreichs Kunstfotogalerien eine Arbeit verfassen zu dürfen? Nun, das wird hier sicher nicht verraten (nur soviel: ein ausgezeichneter Ruf der Schule und eine Privat-connection zum Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden sind von Vorteil…) Was wir hier aber gerne referieren, sind Entwicklung und Ergebnisse unserer Projektarbeit.
Als uns die beiden Gründungsmitglieder der seit 1981 bestehenden Fotogalerie, Rainer Iglar und Gabi Wagner, die AuftraggeberInnen der Projektarbeit, beim ersten Fotohof-Besuch brieften, waren die Aufgaben schnell gefunden und verteilt: Projektleiterin Julia Klamert kümmerte sich um die statistische Auswertung von Umfragen im Zuge ihrer Kundenzufriedenheitsanalysen. Colette Parak ging ihr bei der Durchführung der Befragungen zur Hand und besorgte u. a. die Homepage-Analyse.
John Alcantara versuchte den Fotohof in den Kontext des Kulturbezirks Nonntal und in die Trias heimischer Top-Fotogalerien (Camera Austria Graz und Fotogalerie Wien) einzuordnen. Und Manuela Häusler konzentrierte sich darauf, bei welchen Events und Messen das Fotohof-Team vertreten ist und wie es bei Veranstaltungen auftritt. Das gesamte Projektteam beteiligte sich an der Besprechung zweier Fotoausstellungen. Wir dokumentierten eine Buchpräsentation bzw. die Lange Nacht der Museen und setzten uns kritisch mit negativen Rahmenbedingungen des Fotohofs auseinander.
Der Befund unserer Projektarbeit ist ein doppelter: Bezüglich seiner Perspektiven ist der Fotohof bestens aufgestellt. Ein engagiertes Team rackert, vom Bund subventioniert, mit großem Erfolg. Jährlich zehn bis zwölf Ausstellungen heimischer und internationaler zeitgenössischer FotokünstlerInnen von Rang sind die vorzeigbaren Früchte der Fotogalerie. Zweitens sorgt eine bestens sortierte Studienbibliothek von rund 10,000 Fotokatalogen und wissenschaftlichen Werken dafür, dass Studenten der Fotokunst gerne zum Salzburger Erhardplatz pilgern. Drittens gibt die Edition Galerie Fotohof auch auf der Frankfurter Buchmesse vorzeigbare Fotobände heraus, eine von Kooperationspartnern geschätzte Expertise.
Auf der Soll-Seite des Fotohofs stehen stiefmütterliche bis schildbürgerliche Rahmenbedingungen: Österreichs erste Adresse für Kunstfotografie verdient definitiv größere und repräsentativere Räumlichkeiten als die aktuellen in der Ex-Fleischerei am Erhardplatz. Zweitens ist es ein Schildbürgerstreich, wenn in Salzburg, der zweitwichtigsten Kulturdestination Österreichs, kein einziges noch so kleines Hinweisschild dem Besucher den Weg zum Fotohof zeigt. Jedes österreichische Kuhdorf mit Kulturanspruch macht das besser. Drittens – so rasch wird Soll zu Haben – hat der Fotohof auf unsere Kritik der veralteten Homepage blitzschnell reagiert und eine ansehnlich aktuellere ins Netz gestellt. Ein schöner Erfolg unserer Projektarbeit.
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