Besichtigung der ORF-Untertitelredaktion am 7.11.2016

Am 7.11.2016 besuchte die gesamte Expositur der HLMW9 mit den Begleitlehrerinnen Patricia Neuhofer, Michaela Burgstaller, Sonja Etzelsdorfer und Lydia Fenkart das ORF-Gebäude in der Würzburgstrasse 30, 1136 Wien. Frau Dr. Eva-Maria Hinterwirth führte uns zuerst in das Studio 11 – das Studio, in dem die Gebärdensprachdolmetschung für die ZIB-Sendungen und für Heute-konkret gedreht werden. Die Dolmetscherin Sabine Zeller erklärte uns, dass sich für diese Sendungen fünf Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher abwechseln und auch in die Maske müssen und eine eigene Garderobe besitzen.

Der ORF produziert täglich 24 Stunden und 7 Tage in der Woche vier verschiedene Sendungen. Zu diesem Zweck gibt es unzählige Studios, Cuttingrooms, einen riesigen Datenspeicherraum und einen Regieplatz. Auf ORF 1 und 2 ist die Untertitelungsquote bereits hoch, sie liegt um die 60 Prozent. ORF III produziert nur 30 - 40 Prozent der Sendungen mit Untertitelung und bei Sport Plus gibt es ganz wenig Untertitelungen, die man dazu schalten kann. Für blinde und sehschwache Personen gibt es über 1.000 Stunden Audiodeskriptionen.

In der Untertitelungsredaktion erfuhren wir, dass für die Produktion der Untertitelung eine Spracherkennungssoftware namens Dragon benutzt wird. Auf dem Arbeitsplatz eines Redakteurs befindet sich ein Bildschirm, um die Sendung live im TV verfolgen zu können sowie vor allem zur Kontrolle der Abspielung der Untertitel. An einem zweiten Bildschirm bearbeiten und produzieren die Redakteure die Untertitel. In weiterer Folge werden alle vorbereiteten Untertitel vom Regisseur der Sendung dazu geschaltet.

Im oberen Stock besuchten wir die zweite Redaktion, die sich auf LIVE-Untertitelung spezialisiert hat. Hier führten uns der Redakteur Toni Gschöpf und die Redakteurin Selina Nowak durch den Ablauf und präsentierten uns eine Kostprobe. Es war spannend zu sehen, wie aus der Spracheingabe ein fix fertiger Text für die Untertitelung bereitstand, der dann mittels Entertaste manuell freigegeben werden kann. Der Computer „spricht“ nur deutsch, somit müssen englische Lehnwörter, Fremdwörter und andere Kuriositäten dem Programm beigebracht werden.

Die Schülerinnen und Schüler interessierten sich sehr für diese Thematik und wollten wissen, ob es eine spezielle Ausbildung für diese Tätigkeit gibt, warum bei Interviews die Live-Untertitelung manchmal „hängt“, aber auch wie lange die Konzentration für diese Tätigkeit aufrecht erhalten bleibt und ob man sich bei einer Sendung abwechseln muss. Abschließend informierten uns die Redakteure, dass ab November die Pressestunde und einige Sendungen neu in das Untertitelsortiment aufgenommen werden. Nach einem Gruppenfoto verabschiedeten wir uns und bedankten uns für die tolle Führung.

Bericht: Lydia Fenkart

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