„Jubel & Elend. Leben mit dem großen Krieg 1914 – 1918“

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg. Eine der umfassendsten Ausstellungen zu diesem Thema kann man derzeit auf der Schallaburg besichtigen. Anfang Mai fuhren die SchülerInnen aller Klassen der Expositur für Hörbeeinträchtigte und die begleitenden Lehrerinnen zum Renaissanceschloss bei Melk/NÖ, um mehr über den „Großen Krieg“ zu erfahren.

Vor dem Ausstellungsrundgang stand ein Workshop im Konfliktlabor auf dem Programm. Mithilfe von eingespielten Filmsequenzen wurden verschiedene Konfliktsituationen vorgeführt, die dann von den SchülerInnen nach ihrem Eskalationsgrad eingestuft wurden. Unterschiedliche Einordnungen ein- und derselben Filmsequenz regten dabei viele der TeilnehmerInnen zum Nachdenken an und zeigten deutlich verschiedene Sichtweisen.

Durch emotionalen Ausdruck wurden anschließend in Partner- u. Gruppenspielen Bedürfnisse geäußert. Daraus resultierte die Einsicht, dass auch die Art und Weise, wie man seine Wünsche mitteilt, ausschlaggebend ist, wie ein Konflikt verlaufen kann.

Zum Abschluss des Workshops erhielt jede/r ein Büchlein mit Anregungen und Tipps für die Konfliktbewältigung im Alltag.

Die Ausstellung selbst ist in verschiedene Themenschwerpunkte gegliedert. Viele der Ausstellungsstücke, wie Tagebücher, Fotos, schriftliche Aufzeichnungen und Erinnerungsstücke sind Leihgaben aus Privatbesitz.

Unter den vielen Exponaten findet man zum Beispiel eine der Tatwaffen von Sarajewo; eine Taschenuhr, die einem Soldaten das Leben rettete; einen Matador-Baukasten, mit dem Kinder Geschütze nachbauen konnten; einen von einem russischen Kriegsgefangenen aus Mäusezähnen angefertigten Rosenkranz, und ein Fahrrad, welches statt eines Gummischlauchs Sprungfedern auf den Felgen hat.

Die SchülerInnen konnten in jedem Raum Postkarten mit Fakten und literarischen Texten sammeln. Diese wurden dann zu individuell zusammengestellten Erinnerungsmappen gebunden.

Der Besuch der Ausstellung hat uns sehr nachdenklich gemacht. Ob die Menschen aus dieser „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ gelernt haben, scheint angesichts der derzeitigen politischen Konflikte fraglich.

Dipl.-Päd. FOL Susanna Lazarus

 

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