Liebes Tagebuch,

ich fühle mich in meiner Klasse ganz anders. Es sitzen hier neun Schüler mit ähnlichen Lebenswegen, doch jeder ist verschieden. Jeder hat das gleiche Problem und dieses wäre, gehörlos zu sein. Wir hatten alle den gleichen Start ins Leben, aber haben nun alle untereinander keine Gemeinsamkeiten. Manchmal denken alle, dass gehörlos zu sein Gottes Strafe ist, aber es ist das Gegenteil. Es hat einen Grund, warum genau wir betroffen sind und weshalb wir alle in dieser Klasse zusammen sitzen. Vielleicht mag der andere am falschen Weg sein und ich muss helfen? Vielleicht war ich auf dem falschen Weg und man hat mir geholfen? Diese negativen Gedanken wegen der Hörbeeinträchtigung sind auf jeden Fall verschwunden. Statt undankbar zu sein, sollte man aufstehen und bemerken, wie viele Menschen härter geprüft werden. Die Klasse hat nun gemerkt, dass nicht mehr von der Seele gefordert wird, als sie ertragen kann. Dies bedeutet, dass wir wissen, dass wir stark genug sind, um diese Prüfung zu bestehen, im Gegensatz zu anderen. Seit dem wir uns dessen bewusst geworden sind, können wir besser mit dieser Situation im Alltag umgehen. Missverständnisse gibt es natürlich sehr oft, aber danach wird alles wieder gut. So viele Unterschiede und zugleich so viele Gemeinsamkeiten gibt es hier, deswegen kommen mir viele Gedanken in den Sinn.

@Emre Karakoc

 

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