Unsere SchülerInnen als Politik-BeraterInnen

Wir, die 1FHH, 2FHH, der 1AEH und eine Schülerin vom 3AEH waren am 19. Juni im Parlament eingeladen, um in einer kleinen Runde von unseren Ideen, Erfahrungen und Problemen zu berichten. Helene Jarmer von den Grünen lud uns zu einer Diskussionsrunde über die Situation hörbeeinträchtigter SchülerInnen im österreichischen Bildungssystem mit den Bildungssprechern der ÖVP, der Neos, der Grünen und der FPÖ ein.

Wir haben von unseren Erfahrungen erzählt - u. a. in „hörenden“ Klassen (so heißen bei uns Klassen mit SchülerInnen, die ein funktionierendes Gehör besitzen) unterrichtet zu werden.

So berichteten die SchülerInnen von Mobbing und Ausgrenzung, d.h. von Erlebnissen in Integrationsklassen, wo die Integration nicht so gut gelungen ist. Die SchülerInnen sagten, dass es für sie eine Erleichterung gewesen sei, in Michelbeuern in kleinen Klassen mit SchülerInnen mit den gleichen Problemen zu lernen. Das Konzept Michelbeuerns, uns im Kochunterricht oder bei Veranstaltungen und Projekten mit hörenden SchülerInnen zusammenzubringen, funktioniert hingegen sehr gut.

Es wurde auch festgestellt, dass das Angebot für hörbeeinträchtigte SchülerInnen in Wien besser ist als z.B. in Niederösterreich, wo einige unserer SchülerInnen vorher zur Schule gegangen sind.

 

Wichtig war uns SchülerInnen auch, dass die LehrerInnen ein besseres ÖGS-Angebot bekommen.

Es stellte sich heraus, dass die PolitikerInnen viele unserer Probleme nicht kannten und Fehlinformationen hatten, z.B. dass in jeder Klasse in jeder Unterrichtsstunde ein Dolmetscher anwesend sei. Sie zeigten sich aber sehr interessiert und sie versprachen, sich zu engagieren und Vorschläge für entsprechende Gesetzesänderungen einzubringen.

 

Die folgenden Lösungsvorschläge waren unter anderem, dass alle Eltern zwei Wochen lang Urlaub bekommen, um die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) zu lernen, so wie es in Schweden der Fall ist. ÖGS steht im Unterrichtsgesetz nicht als Muttersprache, von daher zeigten sich die Politiker daran interessiert, dass dies umgeändert wird und ins Unterrichtsgesetz kommt.

 

Auch dieses wichtige Gespräch hatte leider ein Ende. Die PolitikerInnen bedankten sich bei uns, dass wir so offen aus unserer Lebens- und Schulsituation berichtet haben und wir SchülerInnen der HLMW9 dankten den PolitikerInnen für deren Interesse.

 

Wir hoffen, dass dieses Gespräch einen Beitrag dazu geleistet hat, dass sich die Bildungssituation für hörbeeinträchtigte SchülerInnen in ganz Österreich weiter verbessert und in der Gesellschaft ein Bewusstsein für unsere Probleme und besondere Herausforderungen entsteht.

Im Standard wurde jedenfalls schon über diesen Besuch berichtet, inklusive einem schönen Foto unserer „Sag´s Multi“-Gewinnerin Anja B. der 3 AEH.

siehe auch: Bericht im Bildungsstandard

 

 

 

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