Ein Text von Desiree Heitel, 3HMA
Hast du dich schon einmal gefragt, wie es sich anfühlt, an einem Ort zu sein, der seit Jahrhunderten vom Glauben geprägt ist? Genau dieses Gefühl durfte ich vom 5. bis 11. April 2026 mit der katholischen Religionsgruppe der 3HMA und der 3HKA erleben.
Zu jeder Sehenswürdigkeit wurden von uns kurze Podcasts vorbereitet, in denen historische Hintergründe, religiöse Bedeutungen und persönliche Gedanken vorgestellt wurden. Aber was bleibt von einem Ort, wenn man ihn wieder verlässt? Sind es nur Erinnerungen oder doch auch Gedanken, die einen nicht mehr loslassen? Während ich durch die Straßen von Rom ging, wurde mir immer mehr bewusst, dass die Stadt mehr ist als nur ein Ort voller Sehenswürdigkeiten. Es war, als würde jede Mauer, jede Kirche und jeder Platz eine eigene Geschichte erzählen: Geschichten von Menschen, die vor mir hier waren, gelebt, geglaubt, gezweifelt und gehofft haben.
Besonders klar wurde das beim Besuch des Petersdoms: Während ich dort stand und nicht nur die Gemälde, Ornamente und die Statuen betrachtete, sondern auch nach oben in die gewaltige Kuppel blickte, lief im Hintergrund der Podcast meiner Mitschülerin. Ich begann mich zu fragen: „Verändert sich der Ort, wenn man ihn wirklich versteht oder verändert man sich selbst?“ Jede Kirche hatte ihre eigene Gestaltung, Stimmung und eine besondere Geschichte, was zeigt, wie unterschiedlich religiöse Orte sein können.
Eines der größten Highlights war die Audienz beim Papst. Die Stimmung war ruhig und gleichzeitig sehr feierlich und herzlich. Es war schön zu sehen, wie tausende Menschen aus der ganzen Welt seinetwegen kommen und zu ihm aufschauen.
Das Kolosseum und das Forum Romanum haben bei mir und den anderen Schüler*innen auch bleibende Eindrücke hinterlassen. Die Vorstellung, dass das Forum Romanum einst der Mittelpunkt eines Weltreiches war und jetzt nur wenige Überreste vorhanden sind, hat mich sehr beeindruckt. Man läuft durch eine versunkene Welt und trotzdem fühlt es sich nicht fern an.
Vor der Reise stellte ich mir die Frage, was Glauben eigentlich bedeutet. Vielleicht ist es genau das, was ich in Rom zum ersten Mal wirklich gespürt habe.
Begleitlehrerinnen: Brigitte Müller und Silke Stumpf