Von Motorrädern, Nachhaltigkeit und Inklusion: Die Diplomarbeiten 2026

Von Greenwashing in der Modeindustrie, einem maßgeschneiderten Kleid für eine junge Frau mit Down-Syndrom, dem Einfluss sozialer Medien auf Jugendliche, Special Interest Tourism bis hin zur Rolle von Frauen in der Motorradkultur. Die Themen der diesjährigen Diplomarbeiten spiegeln die unterschiedlichsten Interessen und Projekte der Schüler*innen wider.

Seit zehn Jahren ist die Diplomarbeit fester Bestandteil der Reife- und Diplomprüfung an berufsbildenden Höheren Schulen. Alle Schüler*innen des letzten Jahrgangs erstellen dabei eine Arbeit auf vorwissenschaftlichem Niveau. An der HLMW9 entstehen dabei jedes Jahr spannende Abschlussarbeiten, die die Vielfalt der Schulformen widerspiegeln: Mode, Design, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.

An dieser Stelle stellen wir ausgewählte Arbeiten vor. 

Maßgeschneiderte Inklusion - Ein Kleid für Stella I + II

Für eine 18-jährige Frau mit Down-Syndrom wurde ein individuelles Kleid gefertigt, das auf ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. In gleich zwei Diplomarbeiten beschäftigten sich die Schülerinnen mit den medizinischen Grundlagen des Down-Syndroms, dem gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Menschen mit Behinderung, den Arbeitsschritten zur Herstellung des Kleides und den Hürden, die es dabei zu überwinden galt. „In meiner Arbeit lege ich Wert auf ein Menschenbild, das Vielfalt positiv sieht. Ziel war es, Wege zu verdeutlichen, wie der Alltag für Menschen mit Behinderung erleichtert werden kann, sei es durch Gestaltung, Materialien oder den Schutz ihrer Rechte.“, sagt Naomi.

Ein Kleid für Stella I: Leonore und Marie Therese
Ein Kleid für Stella II: 
Naomi

Motoren, Mode und Mythos: Die vielschichtige Welt der Motorräder

Ein Motorrad ist nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern auch als Symbol für Identität, Freiheit und gesellschaftlichen Wandel zu betrachten. Die Arbeit setzt sich nicht nur mit dem Motorrad als technischem Objekt auseinander, sondern auch als kulturellem Symbol, gesellschaftlichem Ausdrucksmittel und Einfluss auf Popkultur und Mode. Darüber hinaus wird die Rolle der Frau in der Motorradwelt thematisiert, da sie lange Zeit im Hintergrund standen oder stereotyp dargestellt wurden. Heute zeigt sich ein deutlicher Wandel.

Schülerinnen: Mia, Chloe, Lia und Helena

Kopf-Sache

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Frauen-Businesskleidung im Wandel der Zeit und analysiert, wie gesellschaftliche, modische und wirtschaftliche Einflüsse diese prägen. Ein Schwerpunkt liegt auf aktuellen Trends und der Farbe Schwarz. Gleichzeitig beschäftigt sich die Arbeit mit den problematischen Aspekten der Textilindustrie, ökologische Belastungen, gesundheitliche Risiken und soziale Ungerechtigkeiten entlang der Produktionskette. Weiters wurde der Frage nachgegangen, wie nachhaltige und innovative Lösungen aussehen können.

Schüler*innen: Violette, Zina, Mia und Ahmad

Denim Reborn

In den vergangenen Jahren lässt sich in der Textilindustrie eine zunehmend gestalterische Bedeutung von Reparaturtechniken beobachten. Während der Used Look lange Zeit als modischer Effekt diente, zeichnet sich jetzt ein Wandel ab: Reparaturen, die sichtbar gemacht werden. Hierbei geht es nicht mehr nur um künstlich erzeugte Abnutzungen. Vor dem Hintergrund der wachsenden Kritik an der industriellen Überproduktion und ökologischen Krisen untersucht die Diplomarbeit, wie erkennbare Reparaturen in der aktuellen Mode als ästhetisches und nachhaltiges Gestaltungsmittel wirken. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob reparierte Kleidung zum Trend und Statement gegen Wegwerfmode wird.

Kolleg-Student: Constantin

Nestlé und die Ethik der Lebensmittelproduktion

Kritik am Lebensmittelkonzern Nestlé ist immer wieder zu hören. Die Schülerinnen haben sich für ihre Arbeit mit dem Unternehmen auseinandergesetzt: wie Lebensmittel hergestellt werden, welche Auswirkungen die Produkte auf die Ernährung haben und wie Nestlé mit seiner Verantwortung gegenüber Umwelt sowie Gesellschaft umgeht. Behandelt werden darüber hinaus auch Ernährungstrends und der weltweite Einfluss des Konzerns. Ziel war es, Chancen und Probleme eines globalen Lebensmittelkonzerns aufzuzeigen und darzulegen, wie wirtschaftliche Interessen und Verantwortung miteinander verbunden sind.

Schülerinnen: Jasmin, Mandy und Pia

In Zeiten neuer Medien: Das soziale Umfeld als Einflussfaktor auf die Persönlichkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss Familie, Freundschaften, soziale Medien und Leistungsdruck auf das Selbstwertgefühl und das Verhalten junger Menschen haben: von Identitätsbildung über Gruppendruck bis Körperbild und Selbstwert. Eine Online-Umfrage und zwei Experteninterviews ergänzen die theoretischen Erkenntnisse. 

Schülerinnen: Nina und Sarah

Afghanistan: Im Schatten der Mächte

Die Arbeit beschäftigt sich mit der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung Afghanistans seit der Mitte des 20. Jahrhunderts - von ethnischen Strukturen und Stammesordnungen bis zur erneuten Machtübernahme der Taliban 2021. Besonders ausführlich wird die Situation der Frauen unter der Taliban-Herrschaft analysiert. „Massive Einschränkungen in den Bereichen Bildung, Arbeit, Bewegungsfreiheit und politischer Teilhabe haben Frauen nahezu vollständig aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Besonders interessant und hilfreich waren für uns Interviews mit afghanischen Frauen, die persönliche Einblicke in ihre Lebensrealität gaben“, erzählen die Schülerinnen.

Schülerinnen: Antonia und Mahdia

Den vollständigen Katalog aller Diplomarbeiten 2026 gibt es hier als Download. 

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